IF-Sommerfest/"Dinner in White" an der Unterhavel
Nachdem IF-Winterfest sollte es auch ein IF-Sommerfest an der Unterhavel geben, und zwar ein besonderes: Ein „Dinner in White“ im Deutsch-Britischen Yachtclub (DBYC), gefolgt von einer gemeinsamen Ausfahrt in den Sonnenuntergang und Übernachtung im Päckchen, so hatten es sich zwei engagierte IF-Seglerinnen ausgedacht.
Bedingt durch allerlei Urlaubs-, Reise- und sonstige Pläne fiel die Teilnehmerzahl erheblich geringer aus als im Winter, dafür wurde das Treffen aber erheblich länger, exakt 21 Stunden lang, ein paar Stunden Nachtruhe eingeschlossen.
Aber nach und nach:
Draußen am Steg des DBYC lag IF Circe stolz über alle Toppen geflaggt, um den Weg zu weisen. Der lange Tisch auf der Terrasse des DBYC war feierlich mit Tischtuch, vielerlei weißen Blumen und weißen Leuchten geschmückt, die Deko-Abteilung im Kaufhaus entsprechend leergeräumt.
Wer konnte, war in Weiss erschienen und trug Hut, darunter auch einen ausladenden weißen Hut, für den allein sich schon die Anreise gelohnt hatte. Das DBYC-Publikum rieb sich verwundert und bewundernd die Augen. So etwas schien ihm nicht alle Tage unterzukommen.
Wir prosteten uns mit Glückwünschen und Cava zu, die Küche des DBYC-Clubhouse zeigte ihr breites Können und ehe man sich‘s versah, stieg schon der Vollmond am anderen Ufer auf.
Na so was, da hatten wir doch glatt die Ausfahrt in den Sonnenuntergang verplaudert!
So machte sich ein harter Kern von zwei IF und einer M26 im Dunkeln zur Pfaueninsel auf, um dort im Päckchen zu Ankern. Die Tonnen dorthin sind nicht beleuchtet und waren trotz schwachen Mondlichts nicht zu sehen. So wurde es eine Konvoi-Fahrt nach Ortskenntnis und Tiefenangabe auf der Logge.
Die Pfauen waren schon schlafen gegangen, als dieser späte Konvoi Anker warf und wir uns noch heiter und angeregt plaudernd zusammensetzten. Die Natur hatte sich eine besonders gefühlvolle Kulisse ausgedacht: Blassgrau ließ sie einen Schwan auf dem dunklen Wasser vorbeitreiben, aus der Ferne ab und zu einen Wasservogel schreien, am Himmel ließ sie ein paar Sterne blitzen, und der im Spiegelbild aufs Wasser verlängerte Wald nahm uns im Osten und im Westen in seinen tiefschwarzen Rahmen auf. Man hätte die Idylle dieser lauen Sommernacht noch viele Stunden lang genießen können.
Am Morgen wurde gebadet, wurden Frühstücksvorräte zusammengelegt und wurde bei frisch gebrautem Kaffee und freundlichem Sonnenschein weiter erzählt und gefachsimpelt. Als der Wind stärker wurde und leiser Zweifel aufkeimte, ob die Anker wirklich halten würden, haben wir das gesamte Päckchen kurzerhand nach Luv bugsiert - um ungestört weiter über Marieholm- und Seacamper-IF, über IF und M26, über Um- und Ausbauten und die ganze schöne IF-Welt zu diskutieren. Alle Schiffe wurden ausgiebig inspiziert, zum Teil mit dem Zentimetermaß.
21 Stunden nach Beginn unseres Treffens haben wir uns mit herzlichem Hallo voneinander verabschiedet und das Päckchen aufgelöst. Nichts ist sicher, aber es geht schon das Gerücht, es könnte im nächsten Jahr wieder solch ein schönes und vielseitiges IF-Sommerfest geben! Das wäre doch nett, oder?
Andreas Metzenthin
Unterhavelvertreter



