Ruderblattriß (IF Bj. 1976)
- Matthias Roth
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20 Jahre 9 Monate her #145
von Matthias Roth
Ruderblattriß (IF Bj. 1976) wurde erstellt von Matthias Roth
Hallo IF-Freunde,
mit Riß ist nicht die - zweifellose - Formschönheit des Ruders gemeint, sondern ein tatsächlicher Einriß zwischen dem mittleren und unteren Scharnier parallel der Hinterkante. Entstanden ist er durch eine Dauerquengelung des unteren Blattanteils im Winterlager. Der untere Teil war nach Stb gebogen (frühere Grundberührung?) und sollte durch Gegendruck wieder gerade werden - ist er auch, aber... Den Riß habe ich heute versucht auszuschleifen und bin in ca. 5mm Tiefe auf Metall gestoßen. Nichts mit Sandwich, Laminat oder so, sondern massives Metall, offenbar die ganze Hinterkante lang zur Stabilisierung der Aufhängung. Der Aufbau besteht aus einer Art Spachtel.
Nun das Problem: Was kann man zum Wiederaufbau verwenden? Ist es wirklich nur Unterwasserspachtel oder eine Marieholm-Wundermischung? Für Hilfe dankbare
Grüße von der Warnow
Matthias
mit Riß ist nicht die - zweifellose - Formschönheit des Ruders gemeint, sondern ein tatsächlicher Einriß zwischen dem mittleren und unteren Scharnier parallel der Hinterkante. Entstanden ist er durch eine Dauerquengelung des unteren Blattanteils im Winterlager. Der untere Teil war nach Stb gebogen (frühere Grundberührung?) und sollte durch Gegendruck wieder gerade werden - ist er auch, aber... Den Riß habe ich heute versucht auszuschleifen und bin in ca. 5mm Tiefe auf Metall gestoßen. Nichts mit Sandwich, Laminat oder so, sondern massives Metall, offenbar die ganze Hinterkante lang zur Stabilisierung der Aufhängung. Der Aufbau besteht aus einer Art Spachtel.
Nun das Problem: Was kann man zum Wiederaufbau verwenden? Ist es wirklich nur Unterwasserspachtel oder eine Marieholm-Wundermischung? Für Hilfe dankbare
Grüße von der Warnow
Matthias
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- Mathias
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20 Jahre 9 Monate her #146
von Mathias
Mathias antwortete auf Ruderblattriß (IF Bj. 1976)
Hallo Matthias,
also die IF-Ruderblätter sind doch immer für ne Geschichte gut....was da alles unter dem Make-up zum Vorschein kommt: Die einen sind hohl, die anderen mit Stahl armiert und die nächsten einfach auf nem Presspankern hochlaminiert...
Auf Marieholms Wunderspachtel brauchst Du sicher keine Rücksicht zu nehmen (bei mir trug er lediglich wundervolle Osmoseblasen), ich empfehle Dir eine Epoxyd-Spachtelmischung zum selber anrühren (WEST, CTM, o.ä ). Mit dem angemischten Harz/Härter die betreffende Zone (geschliffen, fett/silikonfrei) dünn einpinseln, dann Spachtelpulver (z.B. Microballoons) in das angemischte Gebinde (welches noch im Becher ist) einrühren und mit Spachtelklinge aufziehen....härten lassen....schleifen (nass) und bei Bedarf feinspachteln. Detailierte Infos bekommst Du auch auf der Site von CTM ( www.ctmat.de ) oder als Literatur bei Von der Linden/WEST-SYSTEM ( www.vonderlinden.de ).
Epoxyflächen müssen lackiert werden, aber das wirst Du wohl eh machen. Falls Du noch wenig Erfahrung mit der Methode haben solltest, ist Dein Objekt genau das richtige zum Beginnen - Du wirst nie wieder fertigen Spachtel kaufen!
Liebe Grüsse vom Bodensee,
Mathias
also die IF-Ruderblätter sind doch immer für ne Geschichte gut....was da alles unter dem Make-up zum Vorschein kommt: Die einen sind hohl, die anderen mit Stahl armiert und die nächsten einfach auf nem Presspankern hochlaminiert...
Auf Marieholms Wunderspachtel brauchst Du sicher keine Rücksicht zu nehmen (bei mir trug er lediglich wundervolle Osmoseblasen), ich empfehle Dir eine Epoxyd-Spachtelmischung zum selber anrühren (WEST, CTM, o.ä ). Mit dem angemischten Harz/Härter die betreffende Zone (geschliffen, fett/silikonfrei) dünn einpinseln, dann Spachtelpulver (z.B. Microballoons) in das angemischte Gebinde (welches noch im Becher ist) einrühren und mit Spachtelklinge aufziehen....härten lassen....schleifen (nass) und bei Bedarf feinspachteln. Detailierte Infos bekommst Du auch auf der Site von CTM ( www.ctmat.de ) oder als Literatur bei Von der Linden/WEST-SYSTEM ( www.vonderlinden.de ).
Epoxyflächen müssen lackiert werden, aber das wirst Du wohl eh machen. Falls Du noch wenig Erfahrung mit der Methode haben solltest, ist Dein Objekt genau das richtige zum Beginnen - Du wirst nie wieder fertigen Spachtel kaufen!
Liebe Grüsse vom Bodensee,
Mathias
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- Matthias Roth
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20 Jahre 9 Monate her #147
von Matthias Roth
Matthias Roth antwortete auf Ruderblattriß (IF Bj. 1976)
Herzlichen Glückwunsch zum neuen Layout!
Zum Ruder möchte ich die Rückmeldung geben, dass nach anfänglicher Verzweiflung die Auffüllung des Defektes mit Epoxyspachtel mit gutem Ergebnis erfolgt ist. Beim Transport in die Werkstatt lief dann auch noch Wasser aus der Bohrung des mittleren Sicherungsklötzchen. Die Eindringpforte muß die Sicherungsschraube sein. Fürs nächste Winterlager hab ich mir vorgenommen, das Ruder im Warmen zu lagern, vorher und nachher zu wiegen und das Klötzchengewinde aufzubohren, damit Verdunstung erfolgen kann. Vorerst werde ich es aber abdichten müssen.
Eine Frage muß ich noch loswerden: Der Grund für die Ruderblattrichtung im Winterlager war nicht die Optik, sondern die Tatsache, dass das Boot auf der Kreuz gleich welchen Bugs nur kurze Zeit trotz behutsamer Pinnenkorrektur in einem optimalen, sehr schmalen Krängungswinkel zu halten war. Das Boot macht dann eine kurze Nickbewegung und rennt los, läuft in meinem Fall aus diesem Idealshift aber unweigerlich wieder raus. Ist das bootsimmanent oder eine Frage des Trimms?
LG von der Warnow
Matthias
Zum Ruder möchte ich die Rückmeldung geben, dass nach anfänglicher Verzweiflung die Auffüllung des Defektes mit Epoxyspachtel mit gutem Ergebnis erfolgt ist. Beim Transport in die Werkstatt lief dann auch noch Wasser aus der Bohrung des mittleren Sicherungsklötzchen. Die Eindringpforte muß die Sicherungsschraube sein. Fürs nächste Winterlager hab ich mir vorgenommen, das Ruder im Warmen zu lagern, vorher und nachher zu wiegen und das Klötzchengewinde aufzubohren, damit Verdunstung erfolgen kann. Vorerst werde ich es aber abdichten müssen.
Eine Frage muß ich noch loswerden: Der Grund für die Ruderblattrichtung im Winterlager war nicht die Optik, sondern die Tatsache, dass das Boot auf der Kreuz gleich welchen Bugs nur kurze Zeit trotz behutsamer Pinnenkorrektur in einem optimalen, sehr schmalen Krängungswinkel zu halten war. Das Boot macht dann eine kurze Nickbewegung und rennt los, läuft in meinem Fall aus diesem Idealshift aber unweigerlich wieder raus. Ist das bootsimmanent oder eine Frage des Trimms?
LG von der Warnow
Matthias
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- Matthias Roth
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20 Jahre 9 Monate her #148
von Matthias Roth
Matthias Roth antwortete auf Ruderblattriß (IF Bj. 1976)
Hallo Mathias,
das Posting hat sich überschnitten. Vielen Dank für den differenzierten Tipp. Ich habe nun bereits Zweikomonentenspachtel aufgetragen. Dieser soll wasserfest sein und nicht lackiert werden müssen. Werde mich hier in der Werft aber noch mal genau informieren. Falls es nicht hält, weiß ich jetzt wie es geht! Glücklicherweise bin ich nicht in den Hohlraum eingebrochen, sondern vorher auf die Metallplatte gestoßen, so das sich keine Schwächung der Ruderstatik ergibt.
Ich glaube, daß die unterschiedlichen Ruderblattkonstruktionen baujahrabhängig sind und Marieholm diese aufgrund negativer Erfahrungen im Laufe der Serie modifiziert hat. Das Ruderproblem existiert nicht nur beim IF. Im Verein gibt es einige Beispiele von anderen Booten. Das Problem beim GFK-Ruder soll sein, das es von innen nach außen aufgebaut werden muß, während es bei Rumpf und Deck umgekehrt erfolgt, was technisch wesentlich einfacher ist. Hinzu kommt beim IF dann noch die große Fläche. Optimal ist wohl ein Niroruder, aber bei den heutigen Stahlpreisen...
Übrigens ist die Chiemsee-Genua phantastisch!
Nochmals vielen Dank und liebe Grüße an den Bodensee
Matthias
das Posting hat sich überschnitten. Vielen Dank für den differenzierten Tipp. Ich habe nun bereits Zweikomonentenspachtel aufgetragen. Dieser soll wasserfest sein und nicht lackiert werden müssen. Werde mich hier in der Werft aber noch mal genau informieren. Falls es nicht hält, weiß ich jetzt wie es geht! Glücklicherweise bin ich nicht in den Hohlraum eingebrochen, sondern vorher auf die Metallplatte gestoßen, so das sich keine Schwächung der Ruderstatik ergibt.
Ich glaube, daß die unterschiedlichen Ruderblattkonstruktionen baujahrabhängig sind und Marieholm diese aufgrund negativer Erfahrungen im Laufe der Serie modifiziert hat. Das Ruderproblem existiert nicht nur beim IF. Im Verein gibt es einige Beispiele von anderen Booten. Das Problem beim GFK-Ruder soll sein, das es von innen nach außen aufgebaut werden muß, während es bei Rumpf und Deck umgekehrt erfolgt, was technisch wesentlich einfacher ist. Hinzu kommt beim IF dann noch die große Fläche. Optimal ist wohl ein Niroruder, aber bei den heutigen Stahlpreisen...
Übrigens ist die Chiemsee-Genua phantastisch!
Nochmals vielen Dank und liebe Grüße an den Bodensee
Matthias
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