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Deutsche IF-Boot Klassenvereinigung

Reviervertreter Ostsee
Hans König

Hans König

Reisebericht Ostseetörn mit der SY Godewind vom 31.05.13 bis 03.07.13

 

Nur drei Wochen Sommerurlaub für mich ließen für unsere geplante Ostsee-Segeltour nicht so viele Möglichkeiten zu. Wie gut, wenn man Freunde hat, die Zeit haben. So hat Knut die Godewind  zusammen mit Jochen nach Rügen und von dort auch wieder zurück gebracht. Das ermöglichte uns beiden 3 gemeinsame Wochen und mir rund 600 sm an Bord auf See.

Da wir vor 2 Jahren das erste Mal die schwedische Ost- und auch Westküste ein bisschen kennengelernt haben, sollte es in diesem Jahr wieder Richtung Schärengewässer mindestens bis Kalmar gehen. Natürlich immer je nach Windrichtung, aber die für Juni meist vorherrschende Wetterlage mit Wind aus West machte uns sehr optimistisch. Auch hatten wir ja noch die entsprechenden Seekarten und Hafenhandbücher, was uns die Vorbereitung leichter machte.

Die Fahrt der beiden Männer begann am 31.05.13  bei strömendem Regen und ungemütlichen Temperaturen über Oderberg nach Stettin, wo der Mast gestellt und das Schiff erstmal seeklar gemacht wurde.
Die uns bekannte Marina Goclaw ist zwar günstig gelegen, und die Erneuerung der Hafenanlage ist  fortgeschritten, aber leider ohne viel Sinn und Verstand für die Bedürfnisse von Seglern. Es folgte ein unfreiwilliger Hafentag wegen zu viel Wind und Welle gegenan, dafür war aber Zeit für eine Straßenbahnfahrt in die Innenstadt, wo sich wieder Etliches zum Positiven verändert hatte.           
 Die nächste Station war Karnin, wo sich nach 4 1/2  Tagen Dauerregen und viel Wind  endlich am Abend die Sonne sehen ließ. Weiter ging es die Peene entlang nach Kröslin und am Donnerstag war unser "Crew-Wechselhafen" Lohme erreicht. Per Auto bin ich zusammen mit Jochens Frau angereist und  bei strahlender Sonne und 25°C genossen wir noch zu Viert den Abend.
Einen Tag brauchte ich, um wieder "Seebeine" zu bekommen und dann passte nicht nur meine Schwimm-weste wieder, die noch auf Jochens Maße eingestellt war, sondern auch der Wind, und so war der Absprung nach Bornholm am 04.06. geschafft. Hätten wir nicht vor 2 Jahren hier mehrere Tage verbracht,  wäre diese Insel wieder ein paar Hafentage wert gewesen. So aber ging es gleich, nach nur einem Tag unter dänischer Gastflagge, weiter nach Skillinge an der schwedi-schen Süd/Ostküste. Netter kleiner Hafen direkt neben dem Fischereihafen mit einem tollen Restaurant, das auch gleichzeitig das Hafenbüro ist. Im Ort kleine, verwinkelte Gassen mit Kopfsteinpflaster, ein naher Supermarkt und die ersten Köttböller und Sill lagen in der Kühlbox.
Der folgende Tag begann mit  einer sehr gemütlichen kurzen Fahrt die Küste entlang nach Simrishamn. Wir lagen in der großen Marina und der Weg ins Zentrum war nicht weit. Hier konnten wir uns mit einem schwedischen Internetstick versorgen, so dass wir nicht auf W-Lan angewiesen waren. Sehr praktisch. Jederzeit war das Wetter oder sonstige wichtige Informationen abrufbar.
Für uns war es ein  "Muss"   als nächste Station Utklippan anzulaufen. Das bedeutete eine traumhafte Fahrt von gut 50 sm über die Hanöbucht. Zwar schlief der Wind zunächst ein, aber schon bald konnten wir den Spi, und später dann Groß und Genua setzen und bei strahlender Sonne auf die geteilte relativ karge Insel südwestlich von Utlängan zusteuern. Der Hafen ist von zwei Zufahrten, je nach Wind- richtung, anzulaufen, und der andere Teil der Insel mit  dem 31 m hohen Leuchtturm und kleinem Café ist mit einem Ruderboot, das im Hafen liegt, erreichbar. Allerdings kommt der Hafenmeister per Boot mit Außenborder abends zum Kassieren, man muss sich also nicht abmühen. An der Ostmole ein Plumps-Klo und Stromanschluss, ansonsten nur Natur, unzählige Seevögel, viele junge und sogar eine kleine Robbenkolonie haben wir gesehen.

Am nächsten Tag bedeckter Himmel und dann auch leider Regen, damit war der Blick auf die Festlandküste sehr getrübt. Allerdings die 5 Windräder südlich im Kalmarsund gut sichtbar und später auch der Leuchtturm Garpen, der auf einer Schäre östlich von Bergkvara, unserem Etappenziel, steht. Das Hafenbüro ist gleichzeitig auch das Café und benutzt man den Nebeneingang  steht man im Kiosk. Die Kasse ist für alles zentral in der Mitte, sehr putzig. Dem idyllisch gelegenen Hafen ist ein Campingplatz angeschlossen, und  der kleine Binnensee, der direkt dahinter liegt lädt zu einem Rundgang ein. Der nächste Tag begann mit Regen, aber da der Wind ab mittags sehr auffrischen sollte ging es trotzdem früh unter Segel los, und so waren wir schon vormittags im recht vollen Hafen von Kalmar. Der Regen zog mittags ab und die Sonne ließ sich blicken. Also Zeit für einen Stadtbummel mit Einkauf und Kaffee und Kuchen in einer der Konditoreien.

Der folgende Tag war ein Traum. Sonne, 3-4 Bft. SW. Nicht nur wir sahen das so, auch etliche andere Segler sind aus Kalmar ausgelaufen und der Blick auf die Ölandbrücke und davor die weißen Segel war wunderschön. Wir konnten schon bald den Spi setzen und sind mit Ansteuerung auf die Bla Jungfrun dahinge-glitten. Hätte Stunden so weiter gehen können, Ziel war aber Figeholm, also hieß es Spinnaker bergen, abdrehen und hoch am Wind in Richtung Westen durch die Schärengewässer in den zauberhaften Hafen. Ein paar Bekannte aus Berlin wieder getroffen und uns für einen Hafentag mit ausgiebigem Spaziergang entschieden. In den gepflegten, hübschen Vorgärten blühte jetzt sogar noch der Flieder.

Nach gemütlichem Frühstück ging es bei strahlender Sonne und fast nur unter Segel durch die traumhaften Schären und die Enge Durchfahrt zwischen Sparö und Grönö nach Västervik. Schöner geht es nicht, und weil man ja bekanntlich aufhören sollte, wenn es am schönsten ist war dieser Hafen dann  auch unser Wendepunkt, denn die Windprognose mit Süd für die nächstenTage hörte sich nach mühsamer Rücktour an. Das hieß kreuzen, aber auch gelegentlich den Motor zu Hilfe nehmen, wobei wir gegen Wind und Welle kaum voran kommen. Unsere Fahrt von Västervik nach Byxelkrok, an der Nord-West-Küste auf Öland, verlief aber noch recht gut unter Segel. Nette Atmosphäre im Hafen mit den kleinen roten Fischerhütten und Restaurants.

Am nächsten Tag gleich weiter direkt Richtung Süden. Die See bleiern, kein Luftzug und so konnten wir gut 5 Stunden unter Motor Strecke gut machen, nur die letzten Seemeilen ging es mühsam unter Segel kreuzend voran. Der große Hafen von Borgholm auf Öland war unser Etappenziel. Ein Hafentag wurde wieder eingelegt und die Jugend hat schon mal Probe gefeiert für das Midsommerfest. Mit Sonnenaufgang waren die Letzten immer noch mit Gesang unterwegs und wir sind aufgebrochen mit passendem Wind 4 Bft aus Nordost. Bullenstander, ausgebaumte Fock, nach 3 Stunden die Ölandbrücke passiert. Alles lief perfekt, bis wir in der Ferne Donnergrollen hörten und das Barometer schnell fiel. Zwei Gewitterfronten kamen auf uns zu.
Zum Glück zog eine über Öland und die zweite über dem Festland ab. Außer Starkregen, totaler Flaute und dann komplett  geänderter Windrichtung passierte  nichts. Unser Plan eigentlich noch weiter gen Süden zu segeln scheiterte damit und so liefen wir bei wieder strahlender Sonne und bester Stimmung in den schon recht vollen Hafen von Kristianopel ein. An der Mole Akkordeonmusik, viele Boote über die Toppen geflaggt, sehr schöne familiäre Atmosphäre. Etliche Mädchen und Frauen mit Blumenkränzen in den Haaren. Midsommer, schwedischer geht es nicht!!!
Haben diesen besonderen Tag und den darauf folgenden Hafentag an diesem zauberhaften Ort sehr genossen.

Es ging wieder weiter, aber wir kamen nur mühsam voran, der Wind war uns nicht hold. Immer aus Richtung Süd, und genau da wollten wir ja hin. Leider mussten wir auch manchmal den Motor zu Hilfe nehmen
Das nächste Etappenziel war wieder etwas besonderes, Aspö Lökanabben,  eine Insel ca. 3 sm westlich vor Karlskrona gelegen. Direkt vor einer Festung liegt der sehr gepflegte Segelclub mit Gastplätzen und wie es einer alten Wehranlage gebührt gibt es davor eine U-Boot-Sperre, die in der Seekarte, Hafenhandbuch und Törnführern vermerkt ist und über die wir uns ausausgiebig unterhalten haben. Tja, aber was nützt das alles, wenn man im entscheidenden Moment die Landschaft bestaunt und die entsprechende Tonne nicht beachtet. Es rumste schon gewaltig. 90 cm unterm Kiel bei 1.20 Tiefgang sind einfach zu wenig! Sind aber rückwärts wieder frei gekommen und außer ein paar Kratzern am Kiel ist nichts passiert.

Im Dorf gab es einen  Supermarkt mit einer Zapfsäule für Benzin und ein kleines Café. Haben mal wieder einen neuen schönen Ort und sehr ruhigen Hafen  entdeckt.

Am nächsten Tag weiter Richtung Südwesten nach Hällevik, diesmal die Tonne  bei der Hafenausfahrt genau angesteuert (unser Unterwasserschiff dankte es uns). Mussten aber wieder hoch am Wind segeln, um an Hanö vorbei zu diesem netten Ferienort mit Museum, historischen Hafenanlagen und feinem Strand zu kommen. Es gab auch wieder eine Fischräucherei, großen Supermarkt und Schiffsausrüster und damit war nicht nur das Abendessen gesichert.

Weiter ging's mit Flaute und Motorfahrt. Mindestens bis Käseberga wollten wir es schaffen. Es wurden dann aber 60 sm bis nach Ystad, denn je  weiter westlich wir kamen, umso besser für den Absprung nach Rügen bei den Windprognosen. Nach der halben Strecke dann Regen, Regen, Regen, aber wenigstens  auch Wind, so dass wir die Segel setzen konnten. Leider auch der Hafentag in Ystad ein Regentag. Trotzdem ausgiebiger Spaziergang und auf den Spuren von Kurt Wallander durch die alte Innenstadt mit den Fachwerkhäusern gewandelt, und natürlich auch beim allseits bekannten Schiffshändler Tackel & Täg in altem Bootszubehör gestöbert.
Die Hafenanlage war gerade komplett erneuert, und wie uns alle versicherten wurde es auch höchste Zeit dafür.

Und dann folgten die nächsten 60 sm nach Lohme. Die Prognose für den Wind mit Richtung Südwest war halbwegs günstig, also los!

Allerdings hatten wir auf der Hälfte der Strecke bis zu 2 1/2 m hohe Wellen. Wir fühlten uns ganz schön klein.
Nach 10 Stunden und mit einem Holeschlag von 5 sm haben wir, glücklich es geschafft zu haben, in Lohme fest gemacht. Keine ½ Stunde später schlief der Wind ein. Vieles an Bord mussten und konnten wir in der dann strahlenden  Sonne und vor unserem super Heizlüfter trocknen. Man glaubt nicht, wohin überall das Wasser seinen Weg  findet.

Der letzte Tag für mich an Bord auf See sollte nochmal ein gemütlicher Abschluss an der Stubbenkammer entlang nach Gager sein.  Die versprochene Sonne zeigte sich leider nicht, dafür nochmal Gewitterwolken. Es gab wieder eine komplette Änderung der Windrichtung und nur mühsames Vorankommen. Trotzdem fiel der  Abschied von der Godewind und Knut nicht leicht, dazu waren die 3 Wochen an Bord viel zu schön, intensiv und erlebnisreich.

Aber es half alles nichts, am 29.06. ging's nach Crewwechsel  für mich per Auto zurück nach Berlin. Die beiden Männer hatten eine traumhafte Fahrt unter Segel nach Swinemünde, wo sich der Hafen wieder sehr zum Positiven verändert hatte. Auch die Strecke nach Stettin durch die Kaiserfahrt und das Haff verlief ohne Probleme und der Mast konnte gleich gelegt werden. Nächste Station war Oderberg, nach 10 Minuten Wartezeit vor der Schleuse Hohensaaten. So viel Glück hatten die beiden am nächsten Tag nicht. Zwar konnten sie  gleich in das Schiffshebewerk einfahren, aber dann beendete kurz vor Marienwerder ein Motorausfall die Weiterfahrt. Durch Zufall kam gerade Markus mit seinem IF Krokodil entgegen und schleppte die Godewind in die Marina.  Eine Plastiktüte im Propeller stellte sich als Ursache für den Ausfall heraus. Die konnte entfernt werden, aber die langen Wartezeiten vor der Schleuse Lehnitz und Spandau erforderten nochmal Nervenstärke. Nach einem 14-Stunden-Tag wurden die Beiden dafür aber mit einem herzlichen Empfang im SVSt entschädigt.

 

Die Fakten:
34 Tage unterwegs
9 Hafentage
1009 sm gesamt
462 unter Motor, davon 204 Kanal
547 unter Segel
 40,4 sm  pro Fahrtag
60,09 sm größtes Etmal

Irene und Knut Stützel IF- GER 3999

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Keine Termine

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