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Deutsche IF-Boot Klassenvereinigung

Reisebericht 2013 mit IF-­‐Boot Magic in Westschweden

Für die schwedischen Westschären ist Göteburg ein sehr passabler Startpunkt einer Seereise. Doch wie anreisen bei dreiwöchiger Zeitplanung. Auf eigenem Kiel oder mit einem Trailer über Dänemark oder ganz luxuriös mit einer Fähre. Da ich in diesem Jahr einen Trailer als mein Eigen bezeichnen konnte, fiel uns die Entscheidung leicht. Uns ist in diesem Fall Melanie und unsere 14-jährige Tochter Selina. Die Fährverbindung Kiel – Göteburg schien uns geeignet. Start 19:00 – Ankomme 9:00.

KielBrücke im Abendlcht

Die Fähre ist phänomenal und mit 12 Stockwerken kommt sie einem Hochhaus gleich. Sie bleibt aber eine Fähre und hat wenig von einem Kreuzfahrtschiff. Die Attraktion ist die große Belt Brücke, die wir gegen 23:30 mit ungefähr 18 Knoten passierten.

 Göteburg

Nach 15 Minuten Autofahrt standen wir im Hinsholmskilen vor einem ordentlichen Kran. Nach 3 Stunden schwamm Magic in heimischen (schwedischen) Gewässern. Am späten Nachmittag waren wir startklar. Nach einem Bummel durch Göteburg blieben wir die erste Nacht in Hinsholmskilen. Die Nacht war im Kranpreis enthalten. Hinsholmskilen ist als Gasthafen nicht ausgewiesen und die sanitären Anlagen luden auch nicht zum längeren verweilen ein. Ein Parkticket sollte aber unbedingt im Vorfeld über das Internet bestellt werden. Der Kostenpunkt ist der gleiche, als wenn man den Automaten für 3 Wochen Parkzeit mit Kronen füttert. Anders als in der Stadt sucht man Visa oder Master vergebens.

nivea

Der nächste Morgen war grau bei mäßigem Wind. Die Route nach „Styrsö Tången“ Richtung Süd‐West war nach 2:15 Std bereits Legende. Die Navionics Software Europe auf meinem IPad brachte uns durch die erste Schärenwelt hervorragend ans Ziel. Mittlerweile dürfte die Navigation mittels Seekarte, Dreieck und Zirkel in diesen Breiten der Vergangenheit angehören. Genannte Software ist wirklich intuitiv und direkt zu bedienen. Nichts wird hinterfragt oder muss umständlich bestätigt werden, einfach nur knapp und genau auch ohne Wlan oder Simkarte. Dänemark fehlt zwar in dieser Europe Version, sollte uns aber für unser Reisegebiet nicht stören. Anders sieht es aus, wenn die Reise auf eigenem Kiel durchgeführt wird. Dann sollten alle Karten in einer App bereit stehen. Zwei kurze Bemerkungen muss ich allerdings doch machen. Einmal wurde ich misstrauisch bei drei Steinen. Zu Recht machte ich sofort eine Wende und umschiffte diese. Die Abstände zwischen den Steinen waren auch für Magic zu ungenau. Dann hatte sich nur einmal der Schiffsort nicht erneuert, welches mich bei einer Einfahrt bei Marstrand stutzig machte. Eine gesunde Skepsis in die elektronische Navigation ist also wie bei allen Dingen auf See angebracht.

6 sm hatten wir nun auf der Logge, für manch einen Seefahrer sicher zu wenig, um befriedigt das Logbuch zu füllen. Für uns war das erklärte Ziel kleine Distanzen und Inselhopping, um die schwedische Inselwelt zu erkunden. Styrsö hat zwei Gästhåmnen nah beieinander, wir wählten die Steganlage mit dem kleinen Cafe. Eine Toilette eine Dusche, das war es. Der Supermarkt einige Schritte entfernt. Der kalte Wind ist in Schweden ganz bestimmt gewöhnungsbedürftig. Auch wenn die Schweden mit kurzer Hose und kurzärmelig den Sommer genießen, ist dies erst mal nicht nachzuvollziehen. Wir packten uns wieder dick ein und machten uns auf den Weg nach Norden. Immerhin sollte der Himmel noch blau werden. „Hönö Klåva“ erreichten wir nach 5 sm. Bei Ankunft im windgeschützten Hafen wärmte uns die Sonne und der Gästesteg war in diesem Gasthafenbecken mit unserer Ankunft um 12:15 bereits gefüllt. Geschäfte und Restaurants machten den Aufenthalt kurzweilig und wir blieben einen zweiten Tag, auch um meine kleine Erkältung zu kurieren. Unsere Lammfelle im Bett machten den Schlaf sehr kuschelig, absolut wärme regulierend.

Hönö Klava Fischverkauf

Weiter auf dem Weg nach Norden erreichten wir nach nur einer Stunde bei 6 Seemeilen „Hyppeln“. Dieser Gästehafen war bereits voll und wir probieren nahe der Hafeneinfahrt mit unserem Heckanker halt zu finden. Irgendwie wollte man uns nicht so recht auf dieser Seite des Hafens und man drängte uns zum Ablegen. Eine aber wirkliche Ausnahme der sonst gastfreundlichen Schweden. Auf der anderen Seite verholte sogar ein Motorboot, um uns Gastfreundlichkeit zu erweisen. Trotzdem mussten wir wieder den Anker bedienen; das Grundgeschirr an diesem Platz war abgerissen, auch ok und unser Bruce Anker ohne Kettenvorlauf hielt hervorragend. Vielleicht etwas sperrig für das kleine IF, aber in jedem Fall eine Kaufempfehlung, für bisher jeden Grund. Ein Ankerband auf einer Rolle, wie es an jedem Schiff in dieser Gegend zur Normalausstattung gehört, ist nicht nötig. Eher sollten Verlängerungsleinen vorbereitet sein, die bei Bedarf angesteckt werden müssen. Der Hunterknoten war meine Wahl, die Leinen zu verbinden - das ist eine sichere Sache. Dalben sind in diesen Gewässern für Gasthäfen kaum zu finden. Grundleinen dafür häufig und in einigen Häfen gilt Ankerverbot.

In „Hyppeln“ verblieben wir auch einen weiteren Tag, ehe wir auf Empfehlung unserer sehr freundlichen und partylaunigen Nachbarn „South Dyrön“ anliefen. „Marstrand“ ließen wir vorerst steuerbord liegen, eine Regattawoche machte diese Gegend zum Ausnahmezustand. Ein sehr freundlicher Schwede wies uns in diesem vollen Hafen ein Plätzchen zu. Der Weg zu den sanitären Anlagen war einmal ums Hafenbecken. In der Zwischenzeit hatte sich mal wieder mein Ischiasnerv gemeldet und jede Bewegung schmerzte. Aus diesem Grund blieben wir einen Tag länger trotz idealer Windverhältnisse für die Richtung nach Norden. Am Tag darauf drehte der Wind auf Nord und nun mussten wir kreuzen. Innerhalb der Schären glücklicherweise ohne nennenswerte Welle. „Stenungssund“ empfing uns mit einem kleinen Plätzchen an der Shoppingmeile. In der Apotheke setzte ich, mit einer ordentlichen Portion Diclofenac-Tabletten, den quälenden Nerv im Rücken außer Gefecht. Die Muskulatur entspannte und es ging weiter mit erneuter Seglerfreude. Das Wetter war übrigens fast durchgehend sonnig bei 19° maximaler Luft. Der Kattegat lässt kaum höhere Temperaturen an der See zu.

Wir entschlossen uns, zwischen „Tjörn und Orust“ Richtung Westen zu segeln. Auf dem Weg nach „Möllösund“, wo wir unsere Freunde Svend und Thea treffen wollten, machten wir vorerst mal im Fahrwasser bei ablandigen Wind an einer Schäre fest. Schärennägel und Heckanker funktionierten nach Vorschrift und wir lunchten auf einem kargen Felsen. Dann bogen wir nach Weiterfahrt Richtung Björnholmen ab. An Platz mangelte es nicht. In diesem Hafen ist, das gute und preislich gehobene Restaurant und der Fischer, der nach 15 Minuten Fußweg frischen Fisch verkauft, zu erwähnen. Auf unserem Cobb Grill mit Teflonplatte unkompliziert zubereitet. „Möllösund“ erreichten wir zwei Tage später.

schäre

„Möllösund“ wurde unser nördlichstes Reiseziel, da uns der zunehmende Starkwind auf der offenen See mächtig Respekt einflößte. Unser Ziel „Smögen“ verschoben wir auf nächstes Jahr. Die vier Tage in „Möllösund“ hingegen, waren mit unseren Freunden sehr kurzweilig. Thea und Svend hatten ein kleines Ferien-­‐Appartement gemietet, welches uns herrliche Grillabende bescherte. Auch sonst ist der Ort ein längeren Aufenthalt wert. Viele kleine Geschäfte, an der Tankstelle herrliches Bootskino.

Als der Wind wieder ruhiger wurde, wählten wir die offene See für unsere Rückreise. Wir schaukelten mit der Altwelle nach Süden, um dann durch die Schärenfahrwasser Richtung „Åstol“ zu segeln. Ein wirklich netter Hafen mit Räucherfisch am Molenende.

Der nächste Stopp war „Marstrand“, nur eine halbe Stunde entfernt. Der Gästehafen von „Marstrand“ ist mächtig und die kleine Bäckerei hatte es uns angetan. Geld ausgeben ist hier kein Problem und ein Besuch der Burg ohne teure Führung ist auch ok. Eine Übernachtung genügt für diesen quirligen Hafen. Wir wählten als nächsten Stopp „Kalö Knippla“, eine weitere Empfehlung von den freundlichen Schweden. Bei nördlichen Winden machten wir den Spi klar und sahen die leicht verbissenen Gesichter unserer Nachbarboote mit gleichem Kurs. Bei Wind von achtern half auch kein trimmen, der Abstand vergrößerte sich zusehends. Halsen mit Spi sollten wir allerdings noch mehr üben.

Auch in „Kalö Knippla“ gibt es einen Fischverkäufer mit guter Auswahl und dann noch der Badesteg, den Selina und ich mit Begeisterung nutzten. Das Wasser war echt kalt aber beim zweiten Sprung wunderbar erfrischend. Feuerquallen sind lästig und in diesen Gewässern nicht selten. Ein Blick ins klare Wasser ist unabdingbar.

Es folgte nun unsere letzte Etappe und bevor wir in Hinsholmskilen kranen wollten, freute sich Melanie auf den königlichen Yachthafen von Göteburg und das Restaurant in Langedrag. Der Hafen mit festen Dalben bot genug freie Boxen, Urlaubszeit. Der Hafenmeister war freundlich, die Anlage gepflegt und nun freuten wir uns auf den kulinarischen Abschluss unserer Seereise. Um 19:45 betraten wir die gut gefüllte Terrasse des Restaurants und fanden noch einen Tisch. Es wurde fleißig serviert und gegessen. Wir signalisierten den Wunsch nach der Karte und erlebten die Urlaubsenttäuschung schlechthin. Unterkühlt sagte die Bedienung auf schwedisch für uns unverständliches und dann widerwillig auf Englisch: Die Küche hat geschlossen und Getränke könnten wir an der Bar bestellen. Ob die Dame auch so bei Locals gehandelt hätte, erfuhren wir nicht mehr. Für uns war die Stimmung auf dem Nullpunkt und Melanie den Tränen nahe. Die Restauration in Långedrag können wir so nicht weiterempfehlen, eine wahrlich bittere Enttäuschung in dem königlichen Yachthafen von Långedrag.

Die Bordküche wurde ein letztes Mal aktiviert und erst am nächsten Tag fühlten wir uns wieder befreit, als wir diesen ungastlichen Hafen verließen.

Unsere Gesamtdistanz betrug 86,7 Seemeilen bei 20 Tagen auf See.

Trailer und Auto fanden wir ohne Beanstandung auf dem Parkplatz wieder und um 14:00 Uhr konnten wir schon auf die Fähre fahren. Ein Problem hatten wir erst nach lesen der Bedienungsanleitung des Wagens beheben können, nämlich das Anspringen der Alarmanlage durch die Schiffsbewegung. Dadurch könnte auch mal die Batterie übergebühr durch Hupen und Blinken beansprucht werden.

Trailer mit Boot haben wir am späten Nachmittag im Potsdamer Yachtclub abstellen können. Der Hund wurde noch eingesammelt und der Alttag war viel schneller zurück als uns lieb war. Doch die Erinnerungen bleiben, von dieser wirklich schönen Seereise bei bestem Wetter.

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